Schüler: kaum Geschichtswissen
Ob Nationalsozialismus, DDR oder BRD, viele Schüler in Deutschland zeigen große Defizite über zeitgeschichtliches Wissen, so Focus-online. Das zeigte eine Untersuchung der Freien Universität Berlin.
Das Holocaust-Denkmal in Berlin haben schon viele Schüler besucht. Aber was wissen sie wirklich über die NS-Zeit in Deutschland?
NS, DDR, BRD: Schüler sehen kaum Unterschiede
Zahlreiche Schüler sind nicht in der Lage, zwischen Diktatur und Demokratie zu unterscheiden, geschweige denn diese Herrschaftsformen in die Zeitgeschichte unseres Landes einzuordnen. Eine Studie der Freien Universität (FU) Berlin zeigte auf, dass rund 40% der befragten Schüler kaum Unterschiede zwischen Nationalsozialismus, DDR, BRD und dem wiedervereinigten Deutschland sehen, wie Focus.de berichtet.
Schüler unterscheiden nicht zwischen Demokratie und Diktatur
Nur die Hälfte der Schüler sah den NS-Staat als Diktatur an und nur ein Drittel ordnete die DDR als diktatorisches System ein. Die BRD hingegen wurde nur von 50% als Demokratie eingeordnet. Es ist, als seien Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit in allen vier Herrschaftssystemen gleich oder ähnlich ausgeprägt gewesen. Für die älteren Generationen ist das unbegreiflich: Sie haben einen Teil der Geschichte miterlebt.
Für die Untersuchung wurden zwischen 2009 und 2012 knapp 5.000 Schüler der neunten und zehnten Klasse befragt. Die Schüler stammten aus den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Außerdem wurden rund 2000 zusätzliche Befragungen Gleichaltriger an deutschen Gedenkstätten durchgeführt.
Schüler in NRW mit geringstem Wissen
Bei der Befragung schnitten die Schüler aus Thüringen und Sachsen-Anhalt am besten ab, die größten Defizite wiesen die Schüler aus NRW auf. Die Autoren der Studie zeigten sich erschrocken über das geringe politisch-geschichtliche Wissen der Teenager aus Deutschland. Sie fordern weniger „Gedenkstättenhopping“ und dafür solideren Unterricht mit wertorientierter Kenntnisvermittlung. Denn die Schüler, die an den Gedenkstätten befragt wurden, schätzten die Systeme nicht besser ein als die in den Schule befragten.
Unwissende Schüler: Länder müssen Verantwortung zeigen
Alle Verantwortlichen in Deutschland müssen „wachgerüttelt“ werden, so Kulturstaatsminister Bernd Neumann von der CDU. Da Bildung nach wie vor Ländersache ist, wurden vor allem die für Bildung zuständigen Kultusministerien aufgerufen, ihren Beitrag zu leisten. Der Bund hat die Mittel für die Aufarbeitung von NS- und DDR-Diktatur in den letzten Jahren um die Hälfte erhöht. Damit wurden jedoch vor allem Gedenkstätten als authentische Orte der Diktaturen geschaffen oder erneuert.
Durch die Studie scheint allen Beteiligten klar zu werden, dass die Errichtung von Gedenkstätten die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und demokratischen Werten nicht ersetzen kann. Dafür ist der Geschichts- und Politikunterricht zuständig.
Bildquelle: Olaf Speier (Teaser) und Anky10 (Intro) / Dreamstime.com














carola1967 2.07.2012, 08:21 Uhr
Ich kann nur aus der Schulzeit meiner Kinder sagen: der Geschichtsunterricht ist nicht gut. NS-Zeit, DDR wurde gar nicht durchgenommen....bei meiner Tochter kann es noch kommen..Sie kommt in die 8 Klasse Gymnasium und hatte bis jetzt nur in der 6. Klasse Geschichte mit den Themen: Ägypten, Griechen, Römer....
Mein Sohn hatte kaum Geschichtsunterricht das Fach gab es nicht. Es gab nur Gesellschaftslehre und dort wird meistens aktuelle Politik unterrichtet. Alles was länger als 5 Jahre her ist, wird ignoriert...
Ach ja, er hatte ein halben Jahr das Thema: Queen Elisabeth...!!! Toll
nuckelbubu 29.06.2012, 17:22 Uhr
Ich glaube, da helfen Ausflüge und Bildungsreisen wirklich weiter, damit die Schüler den Bezug dazu finden!
tiffanies 29.06.2012, 09:22 Uhr
Das kann ja wohl echt nicht sein!! Das ist ja echt noch nicht so lange her! Da müssen nicht nur die Schulen, sondern auch die Eltern definitiv mehr Verantwortung zeigen!
Bibi3103 29.06.2012, 09:15 Uhr
Schüler in NRW mit geringstem Gewissen?Sehr peinlich! Aber heutzutage haben die Lehramtsstudenten genauso wenig Ahnung und können den Kindern einfach nichts vermitteln.
Athene_ 28.06.2012, 21:15 Uhr
"Nur die Hälfte der Schüler sah den NS-Staat als Diktatur an und nur ein Drittel ordnete die DDR als diktatorisches System ein. Die BRD hingegen wurde nur von 50% als Demokratie eingeordnet. Es ist, als seien Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit in allen vier Herrschaftssystemen gleich oder ähnlich ausgeprägt gewesen."
Auweia. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Mir wird Angst und Bange um die Zukunft.
Deathwejder 28.06.2012, 16:03 Uhr
Ich dachte immer die deutschen Schüler wären nicht so ignorant und unwissend wie die Amis, aber so kann man sich täuschen....